Montag, 22. Mai 2017

Aimée backt 2: 05.05.2017 - #51 Donauwellen; S. 112

In turbulenten Zeiten kommt man wahrlich zu nichts. So auch leider meine Wenigkeit. Daher war es in letzter Zeit doch etwas ruhiger hier als geplant. Aber wenn ich ehrlich bin, tat diese Ruhe auch mal gut. Meine Frau hatte zudem Urlaub und somit haben wir unendlich viel Zeit miteinander verbracht.
Aber natürlich wurde hier und da auch gebacken.

Liegen gelassene Arbeit wurde einfach ignoriert und natürlich habe ich in diese Zeit viel Kraft getankt. Auch gesundheitlich bin ich nun wieder völlig auf der Höhe sodass ich mit viel Energie und Tatendrang von meinen letzten Rezepten berichten mag - die der Challenge und natürlich auch die in letzter Zeit eigenen kreierten Leckereien.

Den Anfang macht heute aber das erste Rezept im Mai, der sich ja nun auch schon wieder beinah dem Ende neigt, auf welches ich mich in der tat schon sehr freute. Das Ergebnis letztendlich war allerdings jedoch völlig Ernüchternd. Die Rede ist hier von Enie's Donauwellen.


Ich muss zu meiner Schande gestehen, das ich selber noch nie Donauwelle gegessen habe. Umso mehr freute ich mich darauf es nicht nur Backen zu dürfen sondern auch endlich probieren zu können. Denn seien wir mal ganz ehrlich! Wer von euch hat noch nicht ein leckeres Stück Kuchen beim Bäcker eures Vertrauens gesichtet und gekauft? Bis auf mir wahrscheinlich alle.

Schwer klang das ganze auch nicht und somit ging ich Wochen zuvor bereits aufgeregt auf und ab und freute mich auf den Tag, an dem ich endlich diesen Klassiker zaubern durfte. Und dieser Tag kam dann auch schneller als gedacht. Und schwer und aufwendig war auch was anderes.
Aber lasst mich von Anfang an erzählen.

Das waren im Übrigen die verlangten Zutaten:


- weiche Butter
- Zucker
- Vanillezucker
- Eier
- Weizenmehl
- Backpulver
- Milch
- Nutella
- Rum
- Sauerkirschen
- Vanillepuddingpulver
- Puderzucker
- Eierlikör
- Bittermandelöl
- Kokosfett
- Vollmilchschokolade

Lediglich eine Hand voll Zutaten musste ich dazu kaufen. Den Rest hatte ich wie fast immer daheim. Somit war dieses Rezept Preislich wirklich günstig. Für Leute natürlich, die nicht häufig backen wäre diese Zutaten-Liste locker ein zweistelliger Betrag.

Ich stand bereits in der Früh auf und bereitete den ersten Teil des Kuchens vor.
Dafür heizte ich als erstes den Ofen vor. Gesagt getan! Anschließend kümmerte ich mich um den Teig. In einer Schüssel gab ich Butter, Vanille- und den normalen Zucker und rührte das ganze mit dem Handrührgerät (Meine "Henrietta"!) schön cremig.
Die Eier kamen nach und nach dazu und zum Schluss rührte ich Mehl und Backpulver, welches ich zuvor bereits vermischt hatte, unter.

Da ich kein Backblech habe, welches tief genug ist, habe ich unsere Auflaufform einfach Zweckentfremdet. Diese war nämlich mich ordentlich Backpapier ausgelegt und wartete schon darauf, das ich die Hälfte des Teigs hineingab. Diesen strich ich schön glatt, damit er auch ja überall und in der kleinsten Ecke verteilt war.
Die andere Hälfte des Teigs wurde dann noch um Nutella, Milch und Rum verfeinert und ebenso ins Blech gegeben. Natürlich auf den hellen Teig. Dieser wurde genauso glatt gestrichen, sodass von dem hellen Teig nichts mehr zu sehen war.
Als nächstes goss ich die Kirschen ab und verteilte sie großzügig auf dem dunklen Teig und drückte diese dann leicht hinein.

Das ganze kam dann in den Ofen.

In der Zeit habe ich das Puddingpulver mit der Milch und dem Zucker verrührt. Der letzte Teil der Milch wurde dann in einem Topf erhitzt, ehe das angerührte Pulver hinein gegeben wurde. Das ganze kochte ich dann wirklich nach Packungsanweisung.
Der gekochte Pudding wurde dann mit Frischhaltefolie abgedeckt und gänzlich abgekühlt.

Und als der Teig ausgebacken, abgekühlt und der Pudding es ihm nachtaten bestrich ich den Kuchen damit. Dann kam das ganze für eine gute Stunde in den Kühlschrank.

Somit kam ich zum letzten Schritt und das betraf den Guss. Hierfür brach ich das Kokosfett und die Schokolade in kleine Stücke und gab diese in eine Schüssel über eine Wasserbad. Unter rühren sah ich zu, wie alles schmolz und eine Vereinigung einging. Kurz abkühlen lassen und dann endlich gleichmäßig auf die Creme geben, die sich am besten nicht vermischen sollte. Dann musste das ganze nur noch fest werden. Und wo könnte es das am besten? Genau! Im Kühlschrank!

Mein Fazit: Tja. Wie war der Kuchen? Nicht wirklich schlecht aber auch nicht wirklich gut. Enttäuscht war ich dennoch. Aber wieso war dem so?
Zuerst zu den guten Punkten: Es war schnell gemacht und auch der Schwierigkeitsgrad war nicht sonderlich hoch. Somit war die Aufgabe "sweet & easy" dem wirklich gerecht.
Aber nun zu dem, was mich wirklich gestört hat. Ich kann verkraften, das Enie alles immer alles etwas entstauben will. Ich kann auch damit Leben das sie Klassiker andere Zutaten verabreicht um es "neu" wirken zu lassen. Aber wenn dann Versprechungen gemacht werden wie (... und ich Zitiere!:) "Durch die Zugabe von Kokosfett wird die Schokolade geschmeidiger, so lässt sie sich besser verarbeiten und bricht beim Anschneiden des Kuchens nicht." aber das dann absolut nicht stimmt, dann frage ich mich, wieso das ganze überhaupt? Denn beim Anschneiden brach nicht nur die Schokolade, sondern der ganze Kuchen bekam unsaubere Anschnitte und sah somit aus, als wäre er einmal schön dezent vom Blech mit der Schokoladenseite auf dem Boden gefallen und DANN wieder zurück auf den Servierteller gerückt worden. Und das Auge isst ja bekanntlich stets mit. Auch waren diese Typischen Wellenförmige Linien nicht machtbar. Beim Versuch riss ich fast die ganze Schokoladendecke vom Kuchen. Also fiel das wirkliche Typische Markenzeichen des Kuchens auch schon einmal weg.
Letztendlich blieben drei Stücke (!) die wirklich Fotografierbar waren. Der Rest wurde schön brav verteilt. Und die, die ihn dann gegessen haben, fanden ihn toll. Allerdings war die Schokolade so mächtig, das diese ein ganzes Stück FAST unmöglich machten.
Aber das größte Kompliment kam tatsächlich von meiner Mum, die meinte, das dies einer ihrer Lieblinge sei, von allem was sie bisher so probieren durfte (Zu ihrer Verteidigung muss ich hier Anmerken, das sie oft leider nur das bekam, was nicht unbedingt gelungen war da die leckeren Sachen hier natürlich schnell weg gefuttert werden!).
Mir persönlich war der Rum zu dominant und der Eierlikör zu lasch. Auch hätte Dunkle Schokolade dem Kuchen besser gestanden. Meiner Meinung nach.

So ein langes Fazit habe ich in der Tat noch nie geschrieben, aber nach einer so langen Vorfreude war ich einfach so enttäuscht, das mich das selbst Wochen später noch verärgert, wenn ich nur dran denke.

Im übrigen gibt es dieses Rezept auch nicht auf Sixx. Wer weiß schon, wieso dem so ist.

xxx
Aimée

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