Dienstag, 26. April 2016

*Tagebuch einer MS-Patientin!* - Part 7

Hallo liebe Leser,

in den letzten Wochen ist so viel passiert, das ich tatsächlich so einiges zu berichten habe.

Ich habe so viele Bewerbungen geschrieben wie noch nie in meinem Leben und musste schmerzhaft feststellen, das meine MS tatsächlich nicht immer das wahre ist. Viele meldeten sich darauf hin gar nicht erst zurück und manche schrieben sehr konsequent, das ich nicht in frage komme. Und das, wo es eigentlich immer heißt, das Menschen mit Behinderungen doch erwünscht seien. Naja.

Dann versuchte ich anders an die Sache heran zu gehen und meine Behinderung erst gar nicht zu erwähnen - aber auch das brachte nichts - im Gegenteil!

Allerdings sei auch zu erwähnen, so sehr ich mich gerade beschwert haben, sich auch viele Gemeldet haben.

So hatte ich direkt am nächsten Tag, nachdem ich meine zweite Bewerbung abgeschickt hatte, einen Termin für ein Vorstellungsgespräch - und letzte Woche sogar einen Probearbeitstag. Und ich hoffte natürlich sehr!
Das Probearbeiten war lang, hart und einfach unglaublich toll! Ich konnte da irgendwie überall mal hinein schauen. Erst war ich in der Küche, dann habe ich mal alle Zimmer sehen dürfen, da ich dort Saugen durfte, dann ging es Wäsche machen, Einkaufen und zum Schluss wurde mit der Chefin gebacken - alles war so schön locker und Familiär. Und das backen hat so spass gemacht - wir haben natürlich auch etwas genascht! ;)
Ich habe tatsächlich durchgearbeitet OHNE Pause. Man hat einfach versäumt mich daran zu erinnern. Aber auch das war total okay - halb sieben Abends war ich daheim.
Und Marcel kam mich Abends mit einem Zitroneneis überraschen - zusammen haben wir dann auf seiner Couch den Abend ausklingen lassen!
Danke schön noch einmal dafür! :)
Tja und dann bekam ich doch doch letztendlich die Absage - auf meinen AB gesprochen. Man hat sich für die andere Entschieden - aber hey! Es hat nichts mit meiner Behinderung zu tun! Komisch, komisch! Soviel zum Thema "Gerade unser Betrieb macht sich stark für Menschen mit Handycap - immerhin arbeiten wir ja auch mit ihnen." Nur leider schien das eine Hinhalte Taktik gewesen zu sein - sehr unschön, wie man mit Menschen umgeht!

Der Konditor bei dem ich mich zuerst beworben hatte, hat sich überhaupt nicht gemeldet. Und irgendwie habe ich generell festgestellt, das tatsächlich eher Frauen sich zurück melden als Männer. Ein sehr trauriges Zeichen...

Die Boecker Stiftung meldete sich ebenso schnell und extrem euphorisch nahm ich diesen Termin wahr. Da hatte ich mich wohl ein wenig zu früh gefreut denn beim näheren überlegen merkte ich, das da etwas nicht stimmte: Eine Katholische Stiftung! Na toll!
Ich ging also tatsächlich recht voreingenommen dort hin (mein letzter Kirchenbesuch ist tatsächlich schon so lange her, das ich selber nicht mehr weiß, wann es war...!) und wurde auch nicht vom Gegenteil überzeugt: Ich wurde in meinem ganzen Leben noch nie so schlecht behandelt wie von diesen drei Damen.
Ich merkte sofort das ihre Vorstellungen nicht mit meinen übereinstimmen würden - Hauswirtschaft MIT Pflege. Das würde ich alleine Körperlich nicht schaffen, mal davon abgesehen das ich keinen Beruf in der Pflege machen wollen würde. Da sehe ich mich einfach nicht.
Hinzu kamen dann so ganz merkwürdige Sachverhalte.
Als ich erwähnte, das ich selber vor Jahren aufgrund meiner MS meine Ernährung umgestellt habe (wenig bis gar kein Fleisch und wenn nur Geflügel, generell Gesunde Kost ect.) waren sie Begeistert, sagten anfänglich, das solange ich beim Kochen probieren könne um es abzuschmecken sei es kein Problem. Wenig später hieß es dann ich müsse mich zum Mittagessen nicht nur dazu setzten sondern auch mit essen - jedes Gericht. So nach dem Motto "Ich kann Alten Menschen ja schlecht essen geben, was ich selber nicht essen würde.". Himmel und Äd ect. Alles was ich nicht mal essen würde, wenn es gar kein essen mehr geben würde.
Und am liebsten hätte ich so was gesagt wie "Ich bin Lesbisch!" - dann wäre ich da noch schneller raus gewesen.
Ich wurde nicht mal richtig begrüßt - der erste Satz an mich war übrigens "Was für einer Konfesion gehören sie an?" - Evangelisch ihr Idioten!
Die längsten 90 Minuten meines Lebens - dem Probearbeiten habe ich im übrigen Abgesagt - bei den Verein würde ich nicht mal arbeiten wollen, selbst wenn es heißen würde, ich wäre wieder Gesund - da Lebe ich lieber mit meiner MS in wilder Ehe!

dm hat mich mal wieder abgelehnt - zum vierten mal! Damals hatte ich gedacht, das meine Schulabschlüsse der Grund seien. Doch nun bin ich der Meinung, das es an meiner Behinderung liegt, denn meine jetzigen Zeugnisse sind super gut. Aber anscheinend traut man mir das einfach nicht zu. ich weiß auch nicht. Aber bei so was bin ich dann immer verletzt, denn man bekommt das Gefühl, das man lediglich auf die MS reduziert wird - man will sich gar nicht davon überzeugen, was ich kann sondern die sehen nur was ich nicht kann! Schade - ein fünftes mal werde ich mich dort nicht bewerben.

Und auch Alnatura sieht eine Auszubildende mit Behinderung wohl als Fehlentscheidung. Schade - so was ändert das Denken über einen Laden oder eine Firma.

Nun bin ich gespannt auf alle anderen, die immerhin noch ausstehen.

Gesundheitlich muss ich sagen, das ich in den letzten Tagen etwas erschöpft war und meinen Hintern schlecht hochbekommen habe. Mittlerweile geht es wieder ganz gut.
Am Montag war ich im übrigen auch wieder beim Blutabnehmen - mein Schatz ist mitgegangen und hat Händchen gehalten - da klappt alles dann noch viel besser.

Ich habe mich im Übrigen vor einigen Wochen selbst auf Diät gesetzt als die Waage meiner Mum auf einmal vier Kilo mehr anzeigte. Und ich bin da ja wirklich Konsequent! Keine Süßigkeiten - am Tag entweder einen Müsli Riegel ODER eine Yogurette. Morgends nur noch Knekebrot oder Pumpernickel. Mittags nur die hälfte und abends einen Salat. Und die ersten drei tage war es wirklich schlimm - zwischen den Mahlzeiten musste ich dann wirklich Gemüsebrühe schlürfen.
Einmal in der Woche hatte ich dann natürlich eine Art Cheatday.
Und siehe da - 3,5 Kilo sind weg!
Und bevor hier welche sagen, wo ich denn abzunehmen habe: Ich habe das für niemanden gemacht. Lediglich für mich! Da ich durch Kortison bereits einmal 98 Kilo hatte und weiß, wie schwer es mir fiel abzunehmen, war es einfach eine Sache des Durchhaltevermögens. Und ich will nicht wieder dort hin! Zudem muss ich gestehen, das ich in den letzten Wochen auch viel aus Langeweile gegessen habe - das war schon der größte Fehler überhaupt!
Auf jeden fall fühle ich mich durch meine Ernährungsumstellung sehr viel fitter und wohler in meiner Haut!


Somit wünsche ich euch allen einen schönen Start in die neue Woche! ;)

xxx
Aimée

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